McMurdo

Die nächsten Tage verbrachten wir in McMurdo an der Küste, am Rande des Ross Eisschelfs. Die Station, oder besser die kleine Stadt, hat den Charme einer Mienenstadt: Viel Dreck, viele große Fahrzeuge und auch der Schlag Menschen die dort arbeiten ist eher speziell. Landschaftlich ist die Umgebung extrem Reizvoll. Man sieht die Ausläufer der Transantarktischen Berge auf der anderen Seite des McMurdo Sounds. Das Wasser war noch gefroren, aber einige wenige Robben hatten sich schon in die Nähe der Station verirrt.

 

Für Pinguine standen die Chance aber sehr schlecht. Die einzigen anderen Tiere sind Skuas – Möwenähnliche Vögel, die mindestens genauso frech sind wie Ostseemöwen.

Ansonsten findet man überall in der Umgebung Vulkangestein, da die Insel auf der McMurdo liegt vulkanischen Ursprungs ist. Bei den Wanderungen in der Umgebung konnte man auch einen Vorgeschmack auf die Temperaturen auf diesem Kontinent bekommen. Was mit dem Wasser in meiner Nalgene-Flasche (meine metallene KleanKanteen habe ich wohlweislich zu Hause gelassen) nach ein paar Minuten an der frischen Luft geschieht, sieht man hier:

 

The next days we spent in McMurdo at the coast, at the edge of the Ross Ice Shelf. The station, or better to say the small town, has the charm of a mining camp: Lots of dirt, large vehicles and the kind of people working there is quite distinct, too. The landscape surrounding the station is extremely picturesque. One can see parts of the Transantarctic Mountains on the other side of the McMurdo sound. The sea was still frozen, but a few seals found their way to the vicinity of the station.

The chances for penguins was, however, quite small. The only other animals were skuas – sea gull like birds, at least as naughty as sea gulls of the Baltic sea.

All over the surroundings one can find volcanic rocks, since the island on which McMurdo is situated is of volcanic origin. During the hikes in the neighborhood one also got a taste of the temperatures on this continent. What happens to water in my Nalgene-bottle (with some foresight I left my metal KleanKanteen back at home) after a few minutes in some fresh air can be seen in the video above.

Traveling route

Eisflug

Nach einigen wenigen schönen Tagen in Christchurch war es am 01.November endlich soweit: Unser Eisflug Richtung McMurdo fand endlich statt. Somit begann der letzte Teil der Reise zum Pol, die mich aus Deutschland über Madison, Denver, Sydney und Christchurch geführt hat. Das Einchecken fand im CDC (closing distribution center) statt, in dem wir zwei Tage zuvor unsere Extremwetter-Ausrüstung erhalten haben.

Der Flug fand in einer C-17 statt, die weder gemütliche Sitze hat, noch eine gute Schallisolierung. Wenn man an den Seiten sitzt, ist die Beinfreiheit jedoch ungeschlagen. Auf der Plusseite kann man sich aber einmal alles anschauen, was in Linienflugzeugen hinter Plaste versteckt ist. Einen Blick ins Cockpit konnte man auch werfen. Eric (mein Zebra, nicht zu verwechseln mit Erik, dem anderen IceCube Überwinterer) hatte es aber sehr gemütlich in meiner ECW-Jacke (die sogenannte Big Red).

Nach etwa vier Stunden konnten wir die ersten Blicke auf die antarktische Küste genießen. Der Anblick von Gletschern die direkt ins Schelfeis kalben ist einfach überwältigend. Nach etwa einer weiteren Stunde setzte die C-17 auf dem Eis (ja, tatsächlich auf dem Schelfeis vor der Küste) auf.

After a few very nice days in Christchurch on November 1st it finally was time: Our ice flight towards McMurdo took finally place. So the last leg of the journey to the Pole began, that started in Germany and lead me via Madison, Denver, Sydney and Christchurch here. Check-in took place at the CDC (closing distribution center), where two days earlier we got our extrem cold weather gear (ECW).

We took the flight in a C-17, which is neither comfortable nor has a good sound insulation. If one is seated at the sides however, the leg space is unbeatable. On the plus side one can have a look at everything that usually is disguised by plastic. One can also take a look into the cockpit. Eric (my zebra, not to be confused with Erik, the other IceCube winterover) however was pretty cosy in my ECW-jacket (the so called Big Red).

After about four hours we were able to enjoy the first view onto the antarctic coast. The view of glaciers calving into the shelf ice is just overwhelming. After another hour has passed the C-17 was landing on the ice (yes, indeed on the shelf ice in front of the coast).

Neuseeland

Am Abend ging es weiter nach Christchurch. Ich war bereits 2005 dort – vor den großen Erdbeben von 2010-11. Das die Stadt immer noch derart zerstört aussieht habe ich aber nicht erwartet.

Unser Hotel war eines der ersten, dass im Zentrum neu errichtet wurde. Die Umgebung zeigte sich aber trostlos. Einzig der Botanische Garten und seien alten Bäume haben alles gut überstanden und erstrahlten in der Frühlingssonne. Das Leben hat sich merklich in die Vororte verschoben, die zumeist kleinere und leichter zu rekonstruierende Gebäude beherbergen.

Da sich unser Flug nach McMurdo auf Grund von schlechtem Wetter eben dort um zwei Tage verzögerte, hatten Erik und ich auch Gelegenheit einen Tag in den Bergen zu verbringen. Neben Christchurch finden sich unten auch ein paar Bilder vom Arthur’s Pass.

In the evening we continued our journey to Christchurch. I had been there in 2005 – before the big earthquakes of 2010-2011. I did not expect at all that the town still looks so destroyed.

Our hotel is one of the first that were newly built in the city center. The surrounding however, was rather desolate.  Solely the Botanic Garden with its old trees survived everything and was shining in the spring sun. The city life was clearly moved to the outskirts that generally contains smaller buildings that were easier to rebuilt or reconstruct.

Since our flight to McMurdo was delayed by two days due to bad weather on the Ice, Erik and I had the opportunity to spend some time in the mountains. In addition to Christchurch there are some pictures from Arthur’s pass above.

Sydney

Nachdem der längste Linienflug der Welt überstanden war, stand mir ein Tag am Flughafen Sydney bevor – oder, wenn man als deutscher kostenlos ein Visum 24h vorher beantragt hat, in der Innenstadt.

Hier ein paar Bilder aus der wirklich schön gelegenen und schon frühlingshaft warmen Stadt.

After surviving the world wide longest commercial flight I had a day at the Sydney airport ahead of me – or, if you are German and can apply for a free visa 24h in advance, in the center.

Here are some pictures from the beautifully situated and spring-warm city.

Denver Training

Die beiden größten Herausforderungen für Überwinterer am Südpol sind der Erhalt unserer Lebensgrundlage – der Station – sowie der Erhalt des sozialen Gefüges in einer kleinen Gruppe währed der winterlichen Isolation. Um beides in der kommenden Saison zu gewährleisten sind die Überwinterer in den letzten zwei Wochen in Denver durch ein Teambuilding und ein Feuer/Trauma-Training gegangen.

Das Teambuilding beinhaltete neben einigen eher weniger als mehr interesseanten Vorträgen über Kommunikation und Persönlichkeitsprofilen zwei Tage an der frischen Luft. In diesen absolvierten wir diverse Übungen und Herausforderungen mit dem Ziel einander kennen zu lernen, die eigenen Grenzen zu erkunden und userer Kommunikation in der Gruppe zu verbessern. Beispiele sind Bergsteigen mit verbundenen Augen, unter der Anweisung anderer Teammitglieder oder verschiedene Übungen in einem Seilgarten. Neben dem Spaßfaktor für diejenigen die solche Aktivitäten mögen, waren, im Nachhinein betrachtet, diese beiden Tage äußerst wertvoll – insbesondere für Menschen mit schlechten Namensgedächtnis ;).

Am Samstag beteiligte sich ein Teil der Gruppe an einem Ausflug zum Pikes Peak – 14115 Fuß hoch, 4302 Meter. Neben dem sozialen Gedanken stand hier die Wahrnehmung einer plötzlichen Höhenänderung im Mittelpunkt. Natürlich sind wir, ganz amerikanisch, mit der Bahn zum Gipfel gefahren und nicht gewandert. Der Höhenunterschied zwischen Denver und dem Gipfel entspricht in etwa jenem zwischen McMurdo und der Amundsen-Scott-Station und für einige in der Gruppe war der Ausflug sicherlich eine gute Warnung für ihr Verhalten auf der bevorstehenden Reise.

Die zweite Woche habe ich mit einem Großteil der Gruppe im Ausbildungszentrum der Feuerwehren von Denver und Aurora verbracht. Auch wenn hier und da immernoch zweifel sind, ob das Standardprozedere einer amerikanischen Feuerbrigade unter den Bedingungnen hier am Südpol wirklich das Optimum ist, bot die Woche doch reichlich Interessantes – sowohl theoretischer als auch praktischer Natur. Neben dem grundlegenden Umgang mit der Ausrüstung, speziell den Sauerstoffgeräten, haben wir zahlreiche realitätsnahe Übungen durchgeführt. Dies beinhaltete Orientierung und Fortbewegung in engen Räumen mit voller Ausrüstung, Aufenthalt in einem brennenden und mit Rauch gefüllten Raum, aufbrechen von Türen und das löschen kleiner Feuer mit Feuerlöschern. Zu guter letzt wurde die Kommunikation zwischen den verschiedenen Teams in einem größeren Szenario geprobt. Neben den praktischen Übungen hörten wir Vorträge über Strategien der Feuerbekämpfung, Strömungsmustern in Häusern und natürlich über die verschiedenen Feuertypen und die zugehörigen Löschmittel.

Abgesehen von der abgeschiedenen Lage des Hotels – im Nordosten Denvers direkt am Autobahnring – sehr interessante zwei Wochen die, zumindest den sozialen Aspekt betreffend, ein gutes und spannendes Jahr versprechen lassen.

The two biggest challanges for winterovers at the South Pole is the preservation of both the station and the social peace in the small isolated group during winter. In order to ensure both for the coming season the winterovers had some team- and fire/trauma-training during the last to weeks in Denver, CO.

The teambuilding consistet of a few rather boring talks on communication skills and personality types as well as two days on the fresh air. During those we conducted several tasks and challanges with the goal of getting to know each other, pushing ones limits and improving communication within the group. Two examples are blindfolded hiking, while someone in the group was giving verbal instructions, and diferent tasks during a ropes course. In addition to the fun factor for those who like those kind of activities, those two days were quite valuable – especially for people with a bad memory for names ;).

On Saturday a few teammembers joined the tour to Pikes Peak – approximately 14115 feet in altitude, 4302 meters. Next to the social component the idea here was to get some altitude awareness. Certainly we followed the american way and took the train up to the summit instead of hiking. The altitude difference between Denver and the summit is more or less the same as between McMurdo and the Amundsen-Scott-Station and for some people the outing was certainly a fair warning on how to act during the upcomming journey.

The second week I spent with the majority of the team at the Denver and Aurora fire acadamy. Although there are still doubts that the standard tactics of an american fireteam is ideal for the conditions we are facing at South Pole, these two weeks brought a lot of interesting knowledge and practice. In addition to the basic usage of our equipment, foremost the SCBA gear, we went through several realistic szenarios. This included orientation and movement in confined spaces with full gear, experiencing a burning room filled with smoke, forced entry into locked doors and extinguishing small fires with extinguishers. In the end we trained communication between the individual teams in a large-scale szenario. On the theory side we had talks on strategies of fire-fighting, airflow patterns in buildings and obviously the different types of fires and the associated extinguishers.

Save the remote location of the hotel – in the north-east of Denver, right next to the highway-ring – interesting two weeks that, regarding the social aspect, promise a good and exciting year.

Prolog

In diesem Blog soll es um meine Zeit am geographischen Südpol gehen. Selbige startet in etwa einer Woche und wird bis Mitte November 2015 reichen. In der Hoffnung auf atemberaubende Bilder, Timelapses und Geschichten… .

In this blog I’ll cover my time at the geographic South Pole. It will start in one week from now and will last until mid November 2015. Looking forward to amazing pictures, time lapses and stories… .

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