Month March 2015

Station closing

Der letzte reguläre Flug (es gab noch 2 Twinotterflüge im Anschluss) der Sommersaison fand am 16.Februar statt. Mit den Feuerwehrleuten und dem Cargo-Personal als Passagiere, musste sich das Winterteam um alles kümmern. Traditionell macht das letzte Flugzeug eine große Runde über die Station und “winkt” einmal mit den Flügeln. Das Wetter war fabelhaft und so konnten wir den entstandenen Kondensstreifen bewundern.

The last regular flight (there were two more Twinotter flights after that) of the summer season took place on February 16th. With the fire fighters and cargo people as passengers, the winter team had to take care of everything. Traditionally the last plane makes a loop over the stations and waves with the wings. The weather was fabulous so we were able to admire the created contrail.

FAQ I

Hier eine erste kurze Übersicht zu Fragen, die ich häufig in E-Mails gestellt bekomme:

– Welche Zeit wird am Südpol verwendet?
Am geographischen Südpol laufen natürlicher Weise alle Zeitzonen zusammen, was die Wahl der lokalen Zeit arbiträr werden lässt. Die Wahl viel auf die Neuseeländische Zeit, da – zumindest im Sommer – die ankommenden Flugzeuge aus McMurdo kommen, wo Neuseeländische Zeit herrscht. Dies vereinfacht die Verwaltung der Flugpläne und verhindert nächtlichen Fluglärm hier am Pol. McMurdo wiederum hat diese Zeit, da es sich tatsächlich in dieser Zeitzone befindet. Die Station liegt an der antarktischen Küste, fast genau südlich von Neuseeland. Zudem kommen auch die Versorgungsflüge in Richtung McMurdo aus Christchurch in Neuseeland.

– Welche Tiere kann man sehen/habe ich schon gesehen?
Am Südpol selbst gibt es keinerlei Fauna. Das einzige Tier, das jemals hier gesehen wurde, war ein Skua – ein Möwen ähnliches Tier, das eigentlich an der Küste lebt. Vermutlich ist es den Flugzeugen gefolgt und so zum Pol gelangt. Leider ist es hier dann erfroren.
Die einzige Möglichkeit bietet sich also in McMurdo. Das Wildleben dort ist allerdings extrem abhängig von der Saison. Prinzipiell sieht man Tiere nur in den Sommermonaten, also etwa von Oktober bis März. Als ich im November dort war, gab es in der Umgebung der Station nur vereinzelte Robben. Im “Hochsommer”, wenn das Eis aufbricht, sieht man zudem Pinguine und Wale. Dieser Anblick wird mir aber vermutlich nicht vergönnt sein, wenn ich Mitte November meine Rückreise antrete. Kaiserpinguine und große Kolonien sieht man ohnehin nur mit sehr viel Glück, oder wenn man die Erlaubnis hat eine der Kolonien zu besuchen. Dies ist, meiner Erfahrung nach, aber nur Wissenschaftlern, gut zahlenden Touristen und Politikern gestattet ;).

-Kannst du jeden Tag Skifahren?
Die kurze Antwort: Im Prinzip schon. Allerdings nur eingeschränkt: Wir liegen zwar auf 3000 Metern Höhe, aber die Umgebung des Südpols ist vollkommen flach. Wenn überhaupt, ist also nur Langlauf möglich. Allerdings handelt es sich – auf Grund der Schneebeschaffenheit – um ein völlig anderes Gefühl. Zum einen machen die tiefen Temperaturen und die Trockenheit den Schnee extrem stumpf. Hinzu kommt, dass hier am Pol eigentlich nie Schnee fällt. Er wird zu 99% angeweht, was die Kristalle zerstört und eher kleine Kügelchen kreiert. Es fühlt sich also ein bisschen so an, als würde man auf Sandpapier laufen.
In den ersten Wochen habe ich versucht ein wenig zu skaten, bin aber konditionell gescheitert. Auch jetzt, nach etlichen Wochen der Akklimatisierung, halte ich höchstens 100 Meter durch, bevor ich eine Pause einlegen muss. Der einzige Vorteil bietet sich abseits der verdichteten Straßen und Wege, wo man mit Skiern weniger einsinkt und dadurch schneller als zu Fuß ist. Auf meinen üblichen Wegen, etwa zum ICL, bin ich ohne Skier – bei gleichen Anstrengung – deutlich schneller.

-Wie viele Menschen leben am Südpol?
Die Zahl schwankt stark zwischen der Sommer und Wintersaison. Diesen Winter sind wir 45 Polies – etwas mehr als im Durchschnitt. Mit den ersten beiden Flügen Anfang November wird sich diese Zahl innerhalb von 1-2 Tagen mehr als verdoppeln. Zum Höhepunkt der diesjährigen Sommersaison im Januar waren 165 Personen auf der Station. Mit dem letzten Flug Anfang Februar sind die letzten 30 Sommerbewohner abgereist.

Here is a first short overview of questions that I’m asked frequently in e-mails:

– Which time zone is used at the South Pole?
At the geographic South Pole naturally all time zones meet, so that the choice of the local time is somewhat arbitrary. The time zone of choice was the New Zealand time, since – at least in the summer – the arriving planes are coming from McMurdo, which uses New Zealand time. This makes managing of the flights much easier and also avoids aircraft noise during the night here at the pole. McMurdo in turn has this time zone, since it actually lies in this zone. The station is situated on the Antarctic shore, almost exactly south of New Zealand. In addition, supply flights to McMurdo depart from Christchurch in New Zealand.

– Which animals can one see/did I see yet?
At the South Pole itself there is no fauna at all. The only animal that was ever seen here was a Skua – a bird similar to a sea-gul, that usually lives at the coast. Apparently it followed the planes and in that way reached the Pole. Unfortunately it froze to death pretty quickly. The only possibility for us is therefore McMurdo. The wildlife there is, however, extremely dependent on the season. In principal one can only watch animals in the summer months, so between October and March. When I was there in November, there were only a few seals in the neighbourhood of the station. During “high season”, when the sea-ice melts, one can in addition watch pinguins and wales. However, I probably won’t be able to enjoy this sight, when I’ll return in mid November. Emperor penguins and large colonies can only be spotted with a lot of luck, or a permit to visit one of those colonies. This is, in my experience, only possible for scientists, well paying tourist or politicians ;).

– Can you go skiing every day?
Short answer: Principally yes. However, it is limited: We live at an altitude of 3000 meters, but the surrounding of the Pole is completely flat. If, at all, only cross country skiing is possible. It is however, due to the structure of the snow, a completely different feeling. One the one hand, the low temperatures and the dryness make the snow extremely blunt. An additional factor is, that here at pole there is basically no snowfall. 99% gets drifted towards here, which is destroying the crystals and creates small spheres. So it feels a bit like skiing on sandpaper.
During the first weeks I tried skating a bit, but was not fit enough. Even now, after several months of acclimatising, I’m barely able to skate for a hundred meters, before I have to pause. The only advantage is off the compacted roads and paths, were skies won’t sink in as far. This way one can be faster than by foot. On my usual commutes, for example towards ICL I’m much faster without skies and similar effort.

– How many people do live at the South Pole?
The number changes a lot between summer and winter season. This winter we are 45 polies – slightly more than average. With the first two flights in early November this number will more than double within 1-2 days. During the peak of this years summer season in January there were 165 people on station. The last 30 summer people left with the last plane in the beginning of February.